Verfall der deutschen Sprache

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Schneeflocke
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Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon Schneeflocke » So 28. Jul 2013, 21:11

Auf dieses Thema haben mich die Lieder der Szene die zumeist sprachlich sehr abwechslungsreich sind. Wenn ich dagegen in der Stadt was holen gehe, und von offenbar allen nur noch "Ey alder" und "Gib mir mal Kippe" und dazu dann noch regelmäßig "F**k dich" und "Den klatsch isch um" höre, da kann ich nur noch den Kopf schütteln. Sprache soll sich zwar weiterentwickeln und laufend verändern aber doch nicht in dem Sinne. Von den ganzen verdenglischten Begriffen gar nicht zu Reden.
Vielleicht bin ich einfach nur in der falschen Generation geboren um mich darüber aufzuregen, kann auch sein.
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Re: Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon Distanzobjekt » So 4. Aug 2013, 19:17

Da muss man selektieren. Das eine sind die welche bedingt Migrationshintergrund die Sprache nicht korrekt beherrschen, auf der anderen Seite sind es die Anglizismen oder eben eine bewusst unvollständige Sprache mit Dialekt wie es in der Hip Hop Szene der Fall ist. Als Beispiel, wie gesagt, "Hey Alda was gehtn?" statt "Hey mein Alter, wie geht es?" oder um es mal nach althergebrachter Sitte auszudrücken "Hallo mein Freund, wie geht es Dir?". Der Punkt ist das Bewusstsein, wenn ich denn diese Sprache oder Anglizismen als bewusstes Stilmittel benutze, möchte ich, sofern es eben nur das der Fall ist, die Form entschuldigen. Wenn jedoch eine kulturelle Irritation auf den Plan fällt, so gehört alles daran gesetzt, dieser Unart Einhalt zu gewähren. Die Deutsche Bahn z.B. rudert in ihrem Anglizismen Wahn zurück und greift wieder auf die deutsche Sprache zurück. So wird aus Flyer, Handzettel und aus Info Point Fahrkartenschalter. Auch gibt es diverse Künstler in den jeweiligen Szenen, in denen sehr unsauber kommuniziert wird, die bewusst auf eine saubere Sprache zurückgreifen. Als Beispiel hierfür Thomas D. Wenn also jeder mit ein wenig Bewusstsein an seinem eigenen Sprachschatz arbeitet, einmal sieht, wie vielfältig unsere Sprache eigentlich ist und auch mal ältere Wörter wieder ins Leben zurückholt so könnte man dies fast als eine neue Mode der Jugend verkaufen.

Es liegt also daran, was man aus dem Problem macht.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

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Re: Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon FreiWild » Mi 12. Mär 2014, 12:54

Ja das mit dem Verfall der deutschen Sprache wird immer schlimmer man selber macht es aber man bekommt es schon oft nicht mehr mit . Wenn ich auf arbeit bin ist das genauso wenn mein Kumpel immer sagt er hat Stress mit seiner Freundin dann hört sich das immer so an : meine Olle macht heme widder stunk . Oder wir sprechen somit einander wie : was geht heute doch so bei dir haste bock heute Abend a suffel zu machen . Aber ich meine wir sind selber dran schuld die Umgangssprache wird immer schlimmer und man schreibt sogar so wie man es spricht .Oo

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Re: Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon Jack Harkness » Di 25. Nov 2014, 15:47

Den Verfall der deutschen Sprache kann man auch wunderbar im Supermarkt beobachten.Da heisst das Produkt dann Cup Cake,war einmal der Kaffee-Keks war.Oder was ist Cheese und Onion,war das nicht Käse und Zwiebeln/Knoblauch ?Wenn man sich mal bei alltäglichen Dingen unsieht,und ein Ticket (früher Fahrkarte)zieht,wird einem klar,dass wir ver-"Denglischt" werden.Das Problem liegt hier nicht nur am eigenen Sprachgebrauch sondern auch in der "Veramerikanisierung"unserer Sprache,da wir immer mehr amerikanische Begriffe übernehmen.

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Schneeflocke
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Re: Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon Schneeflocke » Di 25. Nov 2014, 15:56

Offtopic:
Ein Cupcake ist eigentlich ein Muffin, aber auf jeden Fall hast du recht.

Sprache hat zwar das recht sich weiterzuentwickeln, aber warum müssen es unbedingt englische/ französische/ lateinische verdeutschte Wörter sein? Kann sich eine Sprache nicht auch in sich weiterentwickeln?
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Pohline
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Re: Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon Pohline » Di 25. Nov 2014, 18:34

Die Verenglischung der Sprache existiert aber leider auch mit anderen Sprachen. Es gibt zum Beispiel fast keinen italienischen Informatikvokabular : Sie haben "il mouse", "il computer", "il link", "la community"… Auf Französisch gibt es auch das Problem, owbohl die Académie française es nicht so mag und die englische Worte ersetzen will : Leute essen Cupcakes, haben Smartphones (obwohl die Académie française sie als "téléphones intelligents" - "kluge Telefone" bezeichnet möchte), die Namen der US-amerikanischen Series und Filme bleiben auf Englisch… Und die jungen Leute helfen nicht : Englische Worte werden oft von ihnen benutzt. Sie haben kein Leben mehr, sondern ein "life". Manchmal frage ich mich, ob Frankreich Englisch nicht als offizielle Amtsprache in der Zukunft benutzen wird. Das (schreckliche !!) französische Akzent wäre dann nur eine Variante, sowie das britische oder das amerikanische. Ich befürchte wirklich, daß sowas eigentlich geschieht.

Aber was mir mit der deutsche Sprache einfällt, ist, daß viele Worte aus Französisch kommen. Sowie "Jalousie", "Roulette"… Ich habe fast mehr französische Worte aus dem Französische als aus dem Englischen im deutschen Teil meines Übersetzungswörterbuch.

Ich stimme Dir zu, Schneeflocke : Sprache müssen sich entwickelt, sonst sterben sie. Aber ich denke, Englisch sollte nicht überall benutzt werden, wenn es schon Worte dafür gibt. Und ich denke auch, man sollte neue Worte erfinden. Ich meine, wenn der Computer in Frankreich angekommen ist, hat man nicht einfach "computer" genommen. Anstatt wurde das Wort "ordinateur" ausgemacht. Ich finde es schade, daß es auf Deutsch nicht so oft geschieht.
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Re: Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon Schneeflocke » Di 25. Nov 2014, 18:43

Tatsächlich hab ich auch noch "ordinateur" gelernt. Vermutlich wäre ich in Frankreich dumm angestarrt worden. ^^" Oder von den Alteingesessenen geküsst worden. ^^"""
Aber mir gehen diese ganzen Englischen Kunstwörter wie Yolo, Swag usw auch auf die Nerven. Vor allem, wird das alle fünf Minuten rausgehauen. Du kannst nirgendwo mehr langgehen, ohne mindestens aus drei verschiedenen Richtungen "YOLO" gebrüllt zu hören.
Unglücklicherweise können wir nichts dagegen tun, denn es verwenden so viele Menschen, dass es unglaublich ist.

Was die französischen Kunstwörter angeht, die sich hier etabliert haben, die stammen aus der Zeit des Sonnenkönigs, besser bekannt als Ludvig der XIV. Der Adel war französisch, also kamen die Modewörter auch aus Frankreich. Dass der Barock eine schreckliche Zeit war, weiß kaum mehr einer.

Och in geringen Dosen, ist der französische Akzent niedlich. :)
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Re: Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon Jack Harkness » Di 9. Dez 2014, 11:05

Um den Verfall der deutschen Sprache aufzuhalten,kann nur jeder selbst darauf achten vernünfiges Deutsch zu sprechen.Beim Schreiben und Reden müssen wir uns einfach die Zeit nehmen korrekt zu schreiben und zu Reden.In der heutigen Hektik,wo alles schnell gehen muss,vergessen wir auch zu schnell,dass manche Dinge eben in Ruhe erledigt werden müssen. :)

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Re: Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon Distanzobjekt » Di 9. Dez 2014, 16:23

Stimme Jack hier ohne Umschweifen zu. Sprachpflege ist nur möglich, wenn man sich hier bewusst wird. Da das Internet z.B. global ist, werden Sprachgrenzen weichgezeichnet. Das führt unweigerlich zu einem Sprachverfall in jeder Kultur. Würden Admins, Moderatoren usw. verstärkt auf regelkonforme Haltung achten, würde es das Problem, egal in welcher Nation bzw. Kultur, nicht geben.
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Re: Verfall der deutschen Sprache

Beitragvon Jack Harkness » Di 9. Dez 2014, 16:30

Ja,gerade im Internet wäre es richtig darauf zu achten,aber bei vielen Portalen und Foren ist es leider nicht so.Ich habe ja selber gesehen,dass in vielen solcher Gemeinschaften nicht einmal die Umgangsformen gewahrt werden.


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