Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Riku

Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Riku » Do 25. Apr 2013, 19:28

Natürlich, als erstes wird wohl die "Zeit" genannt werden. Doch was ist, wenn sie es gar nicht ist?

Eine Dimension beschreibt ein ein Vektorenfeld, in dem sich kleinerdimensionale Objekte durch Hinzufügen einer vertikalen Ebene bewegen können. Ein Punkt kann sich in zwei Dimensionen vor und zurück, nach links und nach rechts bewegen, eine Gerade in 3 Dimensionen so wie erstere unter Erweiterung durch hoch und runter, doch ein Raum kann sich nicht beliebig durch die Zeit bewegen - in ihr kann er sich nur in eine Richtung bewegen, vorwärts. Währenddessen möchte ich auch spontan den Begriff Zeitdilatation einwerfen...
Sind wir damit schon am Ende der Dimensionen? Der menschlichen Wahrnehmung zu Folge ja. Doch auf mathematischer Ebene gibt es noch 13 weitere Dimensionen. Wo soll uns das hinführen?
Der Mensch nimmt in der Umwelt nur das nötigste wahr - in diesem Falle sind es drei Dimensionen, die uns ein Leben ermöglichen

Was ist die Zeit? Gibt es sie überhaupt?
Die Zeit, so wie ich sie zumindest immer wahrgenommen habe, als Raum, der sich durch eine weitere Ebene bewegt, wohl kaum. Sie dürfte auf materieller Ebene eher als Manipulation von Dimensionen beschrieben werden, denn sie beschreibt nichts anderes als einen Vorgang der Veränderung. Dimensionale Körper bewegen sich vektoriell durch Ebenen, was nichts anderes als eine räumliche Manipulation darstellt. Wer meinen, sollte, dass sich dieser Raum durch eine weitere Ebene bewegt - 1. durch welche Ebene darf es denn sein? Und 2. wird es nicht die Zeit sein, da der Raum an sich manipuliert wird. Ja, schon klar, es geschieht innerhalb einer bestimmten Zeit, doch wäre diese Beschreibung nicht zu subjektiv? Wie sieht es denn auf der subjektiven Ebene aus? Ist die Zeit nicht eine Variable unserer Wahrnehmung?
Wir wissen nur, dass wir (auf wissenschaftlicher Basis) einzelne Bilder sehen und diese zu einer flüssigen, räumlichen Wahrnehmung benutzen. Doch was passiert dazwischen? So gesehen ist die Zeit einfach nur ein Lückenfüller, der uns vor der Ungewissheit bewahrt.
Die Zeit ist ein Objekt des Menschen, um sich Veränderungen in der Umgebung erklären zu können. Folglich wären Zeitreisen in die Vergangenheit nicht möglich, da Veränderungen nicht effektiv revidiert werden können - die Reise zurück ist also lediglich ein Wunsch.

Ich bitte um eure Meinungen.

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Schneeflocke
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Re: Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Schneeflocke » Do 25. Apr 2013, 19:51

Offtopic:
Riku, du machst mich fertig. Jetzt hab ich mir das ganze schon dreimal durchgelesen und immer noch nicht alles verstanden.

Also für mich ist Zeit recht real, besonders deswegen weil ich sie in Englisch nicht kann, aber das ist sicher nicht was du meinst. Ich würde gerne von dir wissen, wie das mit der Zukunft aussieht. Kann man dahin reisen, oder wenigstens in die Zukunft sehen?

Du würdest einen genialen Quantenphysiker abgeben ...
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Re: Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Riku » Do 25. Apr 2013, 20:07

Offtopic:
Schneeflocke hat geschrieben:Ich würde gerne von dir wissen, wie das mit der Zukunft aussieht. Kann man dahin reisen, oder wenigstens in die Zukunft sehen?

Masse krümmt die Raumzeit und je stärker der Raum gekrümmt ist, desto schnelle vergeht die Zeit im Verhältnis zur Umgebung. Wenn du z.B. an den Ereignishorizont eines schwarzen Loches fliegen und dort für ein paar Monate verweilen würdest, dann wären auf der Erde schon Millionen von Jahren vergangen. Um durch die Zeit reisen zu können müsste auf engstem Raum die Raumzeit so massiv gekrümmt werden, dass du innerhalb von Sekunden weit durch die Zeit reisen könntest. Doch Raumzeitkrümmung bedeutet Krümmung durch Masse und Krümmung durch Masse bedeutet Gravitation. Viel Spaß beim Standhalten einer millionenfachen Erdanziehungskraft... ;)

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Re: Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Schneeflocke » Do 25. Apr 2013, 20:11

Offtopic:
Ein Mensch auf Größe einer Erbse? Auch nicht schlecht, das macht die Darstellung von Science Fiction noch mal viel schauriger. Ich frage mich warum sie sowas nicht zeigen, stattdessen fuchteln sie mit Laserpointern rum. *gg*
Was ich persönlich viel schlimmer finden würde wäre, wenn ich in die Breite gehen würde, aber das ist ein anderes Thema.
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Re: Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Identitätsbehaupter » Fr 7. Jun 2013, 05:41

Lässt sich Zeit nicht als Konstrukt fassen?
Sprich: Körper A bewegt sich in Zeit T.
Die Frage ist, ob diese Beobachtung objektiv oder subjektiv konstruiert ist. Hier stelle ich gerne die Frage, die ich auch allen Realisten stelle: Lässt es sich vorstellen, dass es die Zeit als Kategorie auch ohne Beobachter gibt?
Ich will hier gar nicht verneinen, dass Zeit durchaus exisitert, ABER, dadurch dass der Mensch an sie anschließt, sie messbar macht, sie in Stunden, Tage etc. kategorisiert, konstruiert er sie zugleich.
Zumindest ließe sich eine mögliche Welt denken, in der die Menschen nicht an diese Dimension anschließen, sie nicht bezeichnen und die Relevanz auf etwas anderes legen, um ihre Umwelt strukturiert zu beobachten.

(Mist. Schon wieder unendlich viel Terminologie von Luhmann und Spencer-Brown verwendet. Es tut mir leid, aber da komme ich als Luhmannianer wohl nicht mehr raus ;) )
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Re: Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Distanzobjekt » Fr 7. Jun 2013, 12:49

ID hat geschrieben:Lässt es sich vorstellen, dass es die Zeit als Kategorie auch ohne Beobachter gibt?
Als Kategorie? Da der Mensch, scheinbar, das einzige Individuum ist das in Kategorien selektieren kann oder besser gesagt scheinbar das einzige Wesen ist, dass darin einen Wert bemisst, würde ich die Eigenschaft verneinen. Der Wert der Zeit würde gänzlich gegen null fallen da die Zeit wie wir sie kennen, ein Konstrukt des Menschen ist.

ID hat geschrieben:Die Frage ist, ob diese Beobachtung objektiv oder subjektiv konstruiert ist.
Ich würde subjektiv meinen, nimmt nicht jeder die Realität ohnehin anders war. Wären für den einen bereits mit der Morgendämmerung Tag ist, ist für den nächsten erst ab 6 Uhr Tag. Kommen dann noch die Jahreszeiten mit ihren Lichtverschiebungen dazu, verschiebt sich zumeist auch die innere Uhr. Wenn würde ich sagen, arbeiten wir objektiv auf subjektiven Grund, mit allgemeingültigen Normen die da der Notwendigkeit für sozialen Interaktion zugrunde liegen. Uhrzeit als Regelwerk sei ein Beispiel, auch wenn die Lichtverhältnisse im Sommer bzw. Winter eine andere Sprache sprechen.

ID hat geschrieben:Lässt es sich vorstellen, dass es die Zeit als Kategorie auch ohne Beobachter gibt?
Wer sollte sie dann definieren wenn nicht der Beobachter? Der Wert der Kategorie geht ohne jenen der sie macht oder machen kann, verloren.

ID hat geschrieben:Zumindest ließe sich eine mögliche Welt denken, in der die Menschen nicht an diese Dimension anschließen, sie nicht bezeichnen und die Relevanz auf etwas anderes legen, um ihre Umwelt strukturiert zu beobachten.
Ich denke, der Mensch würde dann ein anderes Orientierungsmuster nutzen. Das Problem hierbei ist, wir haben keinen Menschenvergleich, kein Wesen, dass vom Intellekt handeln könnte wie der Mensch, es aber nicht tut und zugleich so handelt, dass wir es nicht nachvollziehen können. Wenn wir so ein Wesen, auch in gruppierter Form, vorfinden würden, ließe sich dazu wahrscheinlich eine Aussage treffen. So würde der Mensch meiner Meinung nach, die Zeit und Handlung ähnlich definieren wie jetzt, weil es seinem Orientierungs-Wesen zugrunde liegt.
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Re: Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Identitätsbehaupter » Fr 7. Jun 2013, 13:28

Distanzobjekt hat geschrieben:So würde der Mensch meiner Meinung nach, die Zeit und Handlung ähnlich definieren wie jetzt, weil es seinem Orientierungs-Wesen zugrunde liegt.

Das würde ich auch gar nicht bestrieten. Es geht mir lediglich darum, dass es denkbar wäre.
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Re: Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Riku » Fr 7. Jun 2013, 13:36

Wie wäre es mit dem Superpositionsprinzip?
Das besagt, dass der übergeordnete Beobachter durch die Beobachtung die Position eines (bspw.) Quants festlegt. Das kann doch auch auf die Zeit zutreffen?

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Re: Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Schneeflocke » Fr 7. Jun 2013, 14:15

Riku hat geschrieben:Wie wäre es mit dem Superpositionsprinzip?
Das besagt, dass der übergeordnete Beobachter durch die Beobachtung die Position eines (bspw.) Quants festlegt. Das kann doch auch auf die Zeit zutreffen?

Meinst du damit einen Typen, der über der Zeit steht (ok, wirkilch "Über" muss auch nicht sein) und als Beobachter die Zeit festlegt und es gar keine richtige Zuordnung gibt?
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Re: Was ist die vierte Dimension? Was ist Zeit?

Beitragvon Riku » Fr 7. Jun 2013, 14:28

Lass uns das "übergeordnet" wegklammern - der Mensch definiert durch seine Wahrnehmung das Geschehen.


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