Der Determinismus

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Schneeflocke
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Der Determinismus

Beitragvon Schneeflocke » Mo 8. Jun 2015, 12:39

Zunächst einmal eine Kurzinfo: Der Determinismus ist eine Strömung der Philosophie, die im krassen Gegensatz zum Freiheitsbegriff steht. Demnach ist jedes Ereignis, vorherbestimmt, und somit berechenbar.

Was ist überhaupt Freiheit? Wie und wann entsteht sie, d.h. wann fühlt ihr euch frei? Was tut ihr dabei, wenn ihr euch frei fühlt?
Der Freiheitsbegriff umfasst auch den Individualismus, also die Möglichkeit seinen eigenen Weg gehen zu können, und nicht ins Schema F zu passen. Ich nehme an, ein für euch wichtiges Thema.

Geht nun einmal tief in euch, glaubt ihr eher an die Freiheit oder eher an den Determinismus? Und warum tut ihr das? Einfach so, oder gab es da schon mal bahnbrechende Erfahrungen und Erkenntnisse, die einen der beiden Glauben, im weitesten Sinne, legitimieren?

Wie passt der Mensch bzw. dessen Willens- und Handlungsfreiheit da hinein? Ist dessen Wille überhaupt frei, und sind unsere Handlungen wirklich indeterminiert?

Ich freue mich auf Antworten. ;)
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Jack Harkness
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Re: Der Determinismus

Beitragvon Jack Harkness » So 14. Jun 2015, 20:17

@ Schneeflocke

Ich sage zum Determinismuss (j)ein,denn einge Dinge wie unsere Geburt,Aussehen oder Geschlecht können wir nicht bestimmen diese Sachen sind vorherbestimmt.Andere wie Berufswahl,Freunde usw.können wir sehr wohl entscheiden,oder auch wie wir uns verhalten.Freiheit ist es,tun zu können was man möchte beruflich/privat ohne dabei aufgehalten zu werden.Aber wirklich frei ist man in der kapitalistischen Welt nicht,denn es gibt immer irgendwelche Verpflichtungen denen man nachzukommen hat. Individualismus gibt es *meiner Meinung nach* auch nicht,denn überall*auch in der schwarzen,Gothic-Szene hat man es als Angehöriger mit den Erwartungshaltungen der anderen Szenemitglieder zu tun.Wer meint er/sie sei individuell,weil er/sie dieser Szene angehört der irrt sich hier gewaltig,denn auch hier gibt es ja gewisse"Vorgaben" zb. so hat ein Gothic unpolitisch und tolerant zu sein,die zu erfüllen sind.Was ist aber wenn ich doch politisch bin und nicht alles und jeden toleriere?Dann ist man gleich ein Sozial-Darwinist*habe das erlebt*in einem anderen Forum das behauptete Gothic zu sein,und es war Mainstream ala "Gutmensch-Gesellschaft".Also der Mensch wäre nur dann ein Individualist,wenn er sich komplett von ALLEM lossagt,inclusive der Szene dann müsste er aber wie Robinson Crusoe auf eine einsame Insel auswandern.Also gleich wo wann oder bei wem man ist,man muss sich quasi immer irgendwelchen Erwartungen oder Vorgaben beugen,wenn es auch unterschwellig vermittelt wird und nicht so direkt wie z.b bei Casting-Shows.Aber der Determinismuss ist zwar allgegenwärtig,komplett verneinen lässt er sich nicht,aber einschränken kann man ihn schon,wenn man z.b auch mal eine der sogenannten Erwartungen oder Regeln bricht. ;)

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Schneeflocke
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Re: Der Determinismus

Beitragvon Schneeflocke » Mo 15. Jun 2015, 08:36

Jack Harkness hat geschrieben:Andere wie Berufswahl,Freunde usw.können wir sehr wohl entscheiden,oder auch wie wir uns verhalten.Freiheit ist es,tun zu können was man möchte beruflich/privat ohne dabei aufgehalten zu werden.


Bist du dann wirklich frei? Ist es nicht auch Freiheit das zu tun, was du nicht möchtest? Warum determinierst du deine Freiheit als das was du möchtest, worauf du Bock hast? Nochmal, was ist Freiheit? Ist Freiheit nur das was du magst, worauf du Bock hast, oder umfasst der Freiheitsbegriff nicht eigentlich viel mehr?

Jack Harkness hat geschrieben:Aber wirklich frei ist man in der kapitalistischen Welt nicht,denn es gibt immer irgendwelche Verpflichtungen denen man nachzukommen hat.


Du sprichst von der kapitalistischen Welt, ist es in z.B. China, oder Südamerika bei den Naturvölkern anders? Was genau ist anders, sind sie freier, oder eingeschränkter? Sind wir überhaupt dazu in der Lage Freiheit zu definieren?

Jack Harkness hat geschrieben:Individualismus gibt es *meiner Meinung nach* auch nicht,denn überall*auch in der schwarzen,Gothic-Szene hat man es als Angehöriger mit den Erwartungshaltungen der anderen Szenemitglieder zu tun.Wer meint er/sie sei individuell,weil er/sie dieser Szene angehört der irrt sich hier gewaltig,denn auch hier gibt es ja gewisse"Vorgaben" zb. so hat ein Gothic unpolitisch und tolerant zu sein,die zu erfüllen sind.

Was haben die Erwartungshaltungen der Menschen mit dem Individualismus zu tun? Diese Strömung vertritt nur die Meinung "Do it your own way.", ohne die Erwartungen der Menschen mit einzubeziehen. Schränkst du dich denn nicht selbst ein, wenn du mehr oder weniger Blind den Erwartungen anderer Menschen, oder Organisationen folgst?

Jack Harkness hat geschrieben:Was ist aber wenn ich doch politisch bin und nicht alles und jeden toleriere?


Ja, was ist dann? Bist du dann kein Individualist, wenn du nicht den anerdachten Vorgaben folgst? Auch unpolitische Menschen haben eine Meinung zu Politik, denn sie ist überall, sogar in der Natur, Stichwort Familie und Hierarchie beispielsweise bei Wölfen. Nur dass Wölfe Politik mit ihren Krallen, Bäuchen und Zähnen machen.

Jack Harkness hat geschrieben:Dann ist man gleich ein Sozial-Darwinist*habe das erlebt*in einem anderen Forum das behauptete Gothic zu sein,und es war Mainstream ala "Gutmensch-Gesellschaft".


Preisfrage: Was ist der Gothic, wie unterscheidet, also wie determiniert er sich von der restlichen Gesellschaft? Ist die Unterscheidung scharf oder graduell? Sind Menschen stark Gothic oder nur ein bisschen Gothic? Wie trifft der Gothic Entscheidungen? Stark oder schwach oder gar nicht orientiert an der Gesellschaft?

Jack Harkness hat geschrieben:Also der Mensch wäre nur dann ein Individualist,wenn er sich komplett von ALLEM lossagt,inclusive der Szene dann müsste er aber wie Robinson Crusoe auf eine einsame Insel auswandern.

Ist dem so? Taten das nicht schon Mal Menschen, ganz gleich ob in den Medien oder in echt? In dem Moment, wo du den Namen nanntest, hast du dein eigenes Argument zerstört. Du kannst nicht Individuell sein, wenn du dich mit anderen Menschen vergleichst, denn sobald du das tust, findest du entweder Übereinstimmung, oder Übereinstimmung in der Ablehnung. Und beides determiniert den Individualismus.

Jack Harkness hat geschrieben:Also gleich wo wann oder bei wem man ist,man muss sich quasi immer irgendwelchen Erwartungen oder Vorgaben beugen,wenn es auch unterschwellig vermittelt wird und nicht so direkt wie z.b bei Casting-Shows.Aber der Determinismuss ist zwar allgegenwärtig,komplett verneinen lässt er sich nicht,aber einschränken kann man ihn schon,wenn man z.b auch mal eine der sogenannten Erwartungen oder Regeln bricht. ;)

Bist du dann Frei? Hast du den Determinismus überwunden, in dem du eine Regel oder Erwartung gebrochen hast?
Es gibt nicht ein bisschen Freiheit oder ein bisschen Determinismus, entweder bist du frei, oder determiniert. Es gibt entweder das eine, oder das andere, dazwischen existiert nichts.
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Re: Der Determinismus

Beitragvon Rapunzelchen » Do 3. Sep 2015, 19:29

Mal ne Frage zur Begriffserklärung:

Was genau ist denn Determinismus? Ich habe zwar die beiden Beiträge dazu gelesen und nun stehen mir Fragezeichen überm Köpfchen. ????? Verstanden habe ich das Thema nicht.
Früher mußte man selbstbewußt sein, als Frau kurze Haare zu tragen.
Heutzutage muß man selbstbewußt sein, wenn man wieder als Frau lange Haare trägt.
(meine eigene Feststellung)

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Re: Der Determinismus

Beitragvon Schneeflocke » Do 3. Sep 2015, 19:53

Zunächst einmal eine Kurzinfo: Der Determinismus ist eine Strömung der Philosophie, die im krassen Gegensatz zum Freiheitsbegriff steht. Demnach ist jedes Ereignis, vorherbestimmt, und somit berechenbar.

Soviel erstmal dazu. Das ist im Prinzip zunächst das, was du unter Wikipedia findest.
Der Determinismus beschränkt sich jedoch nicht nur darauf, sondern behandelt alles was mit Grenzen, oder Begrenzungen zu tun hat. Unter Grenze, oder Begrenzung, fallen nicht nur Werte, Normen und Gesetze, sondern darunter fällt auch die Idee einer Unterscheidung. Um Begriffe voneinander abzugrenzen, muss man sie unterscheiden, der Stuhl, ist kein Tisch, der Tisch keine Wand, ich bin nicht du, und du bist nicht ich usw.
Und Zufälle, sowie self fulfilling prophecy und Koinzidenzen, sind nicht erhaben, vom Determinismus, sondern sind, zumindest für mich, ein wichtiger Bestandteil, weil es da mit der Überlegung losgeht, wie es zustandekommen kann (der Glaube kann Berge versetzen).
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage nach der Freiheit. Sämtliche Menschen und Medien, predigen die Freiheit als das höchste Gut, aber was ist denn Freiheit überhaupt?
Mit der Frage lasse ich dich mal erneut alleine.
Wenn die Erklärung nicht ausreichte, lass es mich, oder besser noch uns wissen, denn im Determinismus weiß Diss vieeeel besser Bescheid als ich. Obwohl ich mich anstrenge. :3
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Re: Der Determinismus

Beitragvon Distanzobjekt » Fr 4. Sep 2015, 12:12

Wichtig ist zu berücksichtigen, dass der Determinismus, je nach Richtung, anders ausgelegt wird und sich innerhalb der Diskussion schnell mal hitzige Strömungen entwickeln die aneinander vorbei schießen.

Es gilt also zunächst zu fragen, in welcher Richtung man den Diskurs auslegt. Da gibt es die eine Richtung, wie die von Flocke angesprochen, die sich darauf bezieht, dass die Grenze durch Unterscheidung an sich der Beweis für den Determinismus ist, also Grenzbildung.

Dann gibt es die welche dahin geht, dass durch Grenzbildung auch vorhergesagt werden kann, was passiert. Ab diesem Punkt wird es für viele Freiheitsvertreter, ins besonders der Willensfreiheit nach Rousseau, ungemütlich. Diese springen dann gerne auf den Zug auf mit der Argumentation, dass man nicht alle Faktoren berücksichtigen kann, wodurch sie meinen Freiheit belegen zu können, obwohl sie damit die Willensfreiheit selbst weit verfehlen denn auch Freiheit ist nicht gleich Freiheit, gleichsam dem Determinismus. Die Deterministen jener Fraktion halten dann gegen, dass nur weil der Mensch nicht in der Lage ist alle Faktoren zu berücksichtigen, es nicht bedeutet, dass diese nicht auf lange Sicht berücksichtigt werden können.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

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