Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

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Distanzobjekt
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Re: Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

Beitragvon Distanzobjekt » Do 25. Dez 2014, 13:58

Nun,vielleicht kann der Mensch ja auch nicht wissen wann er welche Fragen stellen muss.
Beobachter und Umwelt, ein schöner Einstieg für die Systemtheorie. Was nicht erkannt wird ist der Unmarked Space, es gilt den Space zu erkennen, man kann sich darauf schulen.

Klar hätte er sich nie weiterentwickelt,wenn er keine Fragen gehabt hätte.Aber ist diese Weiterentwicklung wirklich immer gut ?
Entwickeln wir uns weiter? Wir machen immer wieder Dinge anders, lassen andere Dinge für uns Handeln wie etwa Computer, reizen das Wissen sicher auch aus aber nutzt die gesamte Menschheit neues Wissen? Im Grunde genommen nein, unser Sozialverhalten in seiner Basis hat sich über die Jahrhunderte nicht verändert, wir haben zwar einen deutlich erkennbaren Normwechsel vollzogen, von Monarchie auf Demokratie, von Demokratie auf Diktatur und dann wieder zurück auf die Demokratie in unseren Breitengrade aber Monarchie und Diktatur sind nicht verschwunden, wie man sieht, ändert sich im Grunde nichts, wir verschieben noch nach Belieben bestehendes und nennen es dann neu.

Wenn man sich die Welt heute mal ansieht,ist doch ein Grossteil von ihr Dank der Weiterentwicklung zerstört.Wäre es vielleicht besser gewesen,wenn die Weiterentwicklung nicht so weit voran geschritten wäre ?
Die Weiterentwicklung selbst ist weniger das Problem, sondern der von allen Menschen gleich angestrebte Wohlstand. Die Masse an Bequemlichkeit geht zulasten der Rohstoffe, entsprechend folgen Spannungen und Kriege oder Unruhen. Die Weltbevölkerung hat mit dem Beginn der Industrialisierung einen Sprung gemacht wie ihn diesen Planeten bis dahin nicht gesehen hat. Das heißt der einzelne Mensch ist nicht gieriger geworden, viel mehr gibt es zu viele Münder zu füllen und das stellt ein Problem dar.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
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Re: Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

Beitragvon Jack Harkness » Do 25. Dez 2014, 15:03

Ja,mit der Weiterentwicklung hast Du Recht,sie ist hauptsächlich materiell und politisch ist es ein Hin und Her.Die Bevölkerungs-Explosion ist auch verantwortlich für die Ausbeutung unserer Natur.Stimmt alles ist auf Wohlstand ausgelegt,aber wenige Dinge beschäftigen sich mit der Schonung der Natur-Ressourcen.In einigen Ländern gibt es ja wegen der dramatischen Zunahme der Bevölkerung die "1Kind-Politik" also Geburtenkontrolle.Das wirft aber auch neue Fragen auf:Wäre es umstzbar diese Geburtenkontrolle auf andere Länder auszuweiten?Ist das menschlich vertretbar?Würden die Menschen den radikalen Schritt akzeptieren zum Wohle aller?Und dann habe ich noch 2 Fragen:1.Am Anfang Deines Beitrages sprichst Du vom Unmarked Space,meinst Du damit unerschlossene Gebiete,wie Inseln usw.?2.Diesen zu erkennen,oder bezieht sich Deine Aussage auf den Menschen ?3.Sich darauf schulen,wie würde das aussehen ?

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Schneeflocke
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Re: Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

Beitragvon Schneeflocke » Do 25. Dez 2014, 15:07

Offtopic:
Ich muss mal stören. Seid ihr euch sicher, dass das noch Teil des Themas, Systemtheorie ist?
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Re: Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

Beitragvon Distanzobjekt » Do 25. Dez 2014, 17:40

Wäre es umstzbar diese Geburtenkontrolle auf andere Länder auszuweiten?
In jedem Fall, ja.

Ist das menschlich vertretbar?
Auch hier wieder, absolut ja. Hält sich der Mensch nicht auf wird seine Gutmenschmoral eines Tages Richter und Henker über den Menschen sein.

Würden die Menschen den radikalen Schritt akzeptieren zum Wohle aller?
Nein, sonst wäre es schon längst passiert.

Am Anfang Deines Beitrages sprichst Du vom Unmarked Space,meinst Du damit unerschlossene Gebiete,wie Inseln usw.?
Nein, damit meint der Soziologe im Rahmen der Systemtheorie der Bereich, der als Beobachter nicht erschlossen existiert. Also alles was nicht mehr in seinen Wahrnehmungsradius liegt.

2.Diesen zu erkennen,oder bezieht sich Deine Aussage auf den Menschen ?3.Sich darauf schulen,wie würde das aussehen ?
Das lässt sich auf alles anwenden.

Flocke hat geschrieben:Ich muss mal stören. Seid ihr euch sicher, dass das noch Teil des Themas, Systemtheorie ist?

Nein, ist es nicht, allerdings kann die Systemtheorie hier wieder anknüpfen. Geburtenkontrolle zum Erhalt des sozialem Systems im Rahmen seiner Absicherung - als Beispiel. Es ist für viele leichter alltägliche Themen aus der Systemtheorie zu stricken als die Systemtheorie auf die Probe zu stellen, dass allerdings ist nachvollziehbar denn es geht mehr oder minder nur mit Soziologen welche die Systemtheorien kenne und oder parallel existierende Theorien die damit in Konflikt geraten. Aber wir können es ja mal aus reiner Interesse darauf anlegen dieses Thema ein wenig gehobener zu betrachten. Lest euch dazu bitte vorher ein wenig ein.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
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Re: Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

Beitragvon Jack Harkness » Do 25. Dez 2014, 19:01

Die Luhmann's Systemtheorie auf die Probe stellen

In einem weiteren Interwiev mir Niklas Luhmann hat ein Reporter das teilweise versucht,oder sagen wir mal so,er hat die Theorie auf's Korn genommen.Der Reporter fragte Herr Luhmann,ob denn seine Systemtheorie dazu benutzt werden könne,zu bewerten was gut oder schlecht für die Menschen ist.Niklas Luhmann hatte*meiner Meinung nach*die besseren Argumente,denn er sagte folgendes:"Nein,dazu kann man sie nicht verwenden,weil er an den Individualismus angeleht sei und jeder Mensch sei ja anders.Auf Deutsch was für einen Menschen gut ist,kann für einen anderen Menschen schlecht sein."Der Reporter fragte wozu sie dann gut sein.Luhmann hatte erneut ein gutes Argument:"Sie kann nicht etwas unbedingt mildern aber sie kann die Entwicklung von folgenden Bereichen vorraussagen:Politik,Wirtschaft und die Entwicklung von Staatssystemen.Meine Fragen dazu sind folgende:1.Da man mit der Theorie die Entwicklung vorraussagen kann,ist es dann nicht auch möglich sie zu verändern ? 2.Wenn die Theorie eine schlechte Zukunft vorher sagt(Luhmann sagte,er glaube daran,dass die Energie-Versorgung nicht ewig den Menschenmassen standhält)kann man dann nicht präventiv handeln ?3.Die Theorie erlaubt ja eine realitische Zukunftsvorhersage,kann man damit nicht die ganzen Weltsuntergangs-Stimmungsmacher beruhigen ?

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Re: Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

Beitragvon Schneeflocke » Do 25. Dez 2014, 19:20

Kennst du den Satz "Ich habs doch gesagt."? Ebenso wie es bei solch kleinen Dingen unmöglich ist etwas zu verändern, so ist es unmöglich etwas in der Politik usw. zu ändern. Weißt du warum? Es scheitert an der Ignoranz die herrscht. Und zumeist an der Geldgier, in der Politik und der Wirtschaft.

Zweitens, siehe die erste Antwort. Die Zeichen sind mehr als deutlich, aber es besteht keine Hoffnung, da der Gedanke vorherrscht, dass es bisher immer so funktioniert habe, und wie gesagt Geldgier. Logisch, Energie bleibt auf ewig ne Cashcow (so heißt das tatsächlich in der Wirtschaft) die man abmelken kann, warum sollte man auf etwas anderes setzen, was möglicherweise in due Hose gehen kann?

Dritte Antwort: Nö, weil langweilig. Ohne Panikmache gehen die Quoten runter.

Vielleicht ist es nicht ganz so einfach, aber es umfasst einen Großteil der Dinge, die den Untergang auf Spur halten.
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Re: Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

Beitragvon Distanzobjekt » Fr 26. Dez 2014, 11:21

"Sie kann nicht etwas unbedingt mildern aber sie kann die Entwicklung von folgenden Bereichen vorraussagen:Politik,Wirtschaft und die Entwicklung von Staatssystemen.Meine Fragen dazu sind folgende:1.Da man mit der Theorie die Entwicklung vorraussagen kann,ist es dann nicht auch möglich sie zu verändern ?
Luhmann machte das, was alle Soziologen tun, sie zeigen auf, greifen aber nicht ein. Die Soziologie versteht sich nicht als Allheilmittel und die Soziologie weiß auch, dass sie dadurch nur die Struktur verändert, nicht aber zwangsweise verbessert.

2.Wenn die Theorie eine schlechte Zukunft vorher sagt(Luhmann sagte,er glaube daran,dass die Energie-Versorgung nicht ewig den Menschenmassen standhält)kann man dann nicht präventiv handeln ?
Luhmann und ich sind da absolut Deckungsgleich, er nennt es Energieversorgung, ich nennen es Rohstoffe. Kapazitäten sind begrenzt aber der Wille zur Fortpflanzung nicht, darin besteht das Problem. Die Menschen arbeiten bereits an alternativen, forschen aber die Deckung für alles und jeden ist damit absolut nicht gesichert. Es bedarf ein kollektives Umdenken aber das ist ein Prozess der Jahre benötigt und nicht sofort greift.

3.Die Theorie erlaubt ja eine realitische Zukunftsvorhersage,kann man damit nicht die ganzen Weltsuntergangs-Stimmungsmacher beruhigen ?
Theoretisch ja, praktisch nein. Denn wie ich schon auf rationale Ebene mehrfach anriss haben wir ein Problem mit den Rohstoffen für alle. Sie werden schneller abgebaut als aufgebaut. Auch wenn die Welt durch Recycling den Vormarsch gedämpft hat, hat es diesen nicht gestoppt. Grundlegen muss man sich bei allen klar machen, es wird meist mehr Energie rein gesteckt als rausgeholt wird, egal worum es geht. Weltuntergangstimmungen sind was für Menschen welche das Gesamte nicht erfassen können oder wollen aber auch wenn man das Gesamte erfassen kann, sieht es unter den gegebenen Umständen nicht sonnig aus, im Gegenteil.

Kennst du den Satz "Ich habs doch gesagt."? Ebenso wie es bei solch kleinen Dingen unmöglich ist etwas zu verändern, so ist es unmöglich etwas in der Politik usw. zu ändern. Weißt du warum? Es scheitert an der Ignoranz die herrscht. Und zumeist an der Geldgier, in der Politik und der Wirtschaft.
Da muss ich widersprechen. Wie ich schon sagte hat sich unsere Form der Politik im Laufe der Geschichte mehrfach geändert. Erst Monarchien, Demokratien, Diktaturen usw. Der Spruch - Geld regiert die Welt ist das Maß an dem es sich zu versuchen gilt. Politiker sind Menschen, machen ihren Job nicht zuletzt auch um Geld zu verdienen. Gäbe es für sie kein Geld mehr, würde die Politik aufzuhören existieren denn mit der Hand im Mund kann man nicht leben, auch nicht als Idealist. Die Wirtschaft wiederum geht auf zwei Ebenen, der Plan und der freien Marktwirtschaft. Ersteres ist wie man an der DDR sehen kann, gescheitert. Die freie Marktwirtschaft hingegen hat keinen wirklichen Verantwortlichen, sie wuchert wie es gerade passt und die Politik ist der Gärtner der es zähmt und sich gleichzeitig von ihr ernährt. Das Konstrukt der Politik, vor allen bei uns ist die der Demokratie, also der Übereinkunft. In diesem Sinne lässt sich nie 100% an Interesse rausholen, hier gibt es ein elementares, im Rahmen der Demokratie nicht lösbares Systemproblem.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
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Re: Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

Beitragvon Jack Harkness » Fr 26. Dez 2014, 22:16

Was Du am Ende Deines Beitrages sagst,dazu habe ich wieder einige Fragen:1.Wiso lässt sich in der Demokratie nicht 100 Prozent an Interesse herausholen ? 2.In welchem Staatssytem meinst Du würde das denn gehen ? 3.Wenn man den Menschen die Situation klar vor Augen führen würde,könnte man sie dann für die Problematik mir den Naturressourcen interessieren ? 4.Würde es nicht schon z.b eine grosse Verbesserung sein weniger Müll zu verursachen.5 Angenommen,die Menschen wären bereit etwas zu verändern z.b mehr Recycling,Mehrwegverpackungen usw. würde überhaupt die Wirtschaft(Läden,Restaurants usw.mitspielen ?

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Re: Luhmanns Systemtheorie in Betrachtung

Beitragvon Distanzobjekt » Fr 26. Dez 2014, 23:06

1.Wiso lässt sich in der Demokratie nicht 100 Prozent an Interesse herausholen ?
Weil Partei A gerne A hätte und Partei B gerne B. Partei A will aber kein B und Partei B will kein A. Also muss man sich auf eine Hybridlösung einigen die da ausgehandelt werden muss und damit ist selten jemand zufrieden.

2.In welchem Staatssytem meinst Du würde das denn gehen ?
In keinem.

3.Wenn man den Menschen die Situation klar vor Augen führen würde,könnte man sie dann für die Problematik mir den Naturressourcen interessieren ?
Das passiert bereits, sonst würde man z.B. Dinge nicht recyceln oder Windkraft statt Kohleabbau usw. anstreben. Wie bereits gesagt, ist der Einzelne nicht maßlos, das Problem liegt in der Masse der Menschen die da Bedürfnisse haben die da befriedigt werden müssten, wenn man denn nach der Idee ginge, dass die Würde unantastbar ist und jeder gleich gut behandelt werden soll. Die meisten wohlhabenden Industrienationen wie Deutschland sind nicht das Problem wo der maßgebliche Schaden zum tragen kommt sondern überall dort, wo man sich über die Folgen nicht bewusst wird. Der Müll der z.B. in den Ozeanen treibt wird maßgeblich aus Indien und Bangladesch dorthin gepumpt oder giftige Substanzen werden dort direkt in die Flüsse geleitet. Das passiert auch in China oder Afrika, Deutschland steht im Grunde eher weniger in der Pflicht, jedoch wird hier der Moralterror besonders betrieben. Das gute an der Sache ist dann allerdings, dass wir Vorreiter für viele Dinge sind und so made in Germany wirtschaftlich gefragt ist.

Angenommen,die Menschen wären bereit etwas zu verändern z.b mehr Recycling,Mehrwegverpackungen usw. würde überhaupt die Wirtschaft(Läden,Restaurants usw.mitspielen ?
Immer, wenn es gesetzliche Rahmenbedienungen mit hohen Sanktionen bei Verstößen gibt. Über die Umwelt usw. können sich nur die Sorgen machen, die keine Sorgen haben. Indien und Co sind schon froh, wenn sie ihre Familien was zu Essen auf den Tisch stellen können, Bewusstsein für Umwelt ist da Fehlanzeige - nachvollziehbarer Weise.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
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3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
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