Polygamie

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Identitätsbehaupter
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Polygamie

Beitragvon Identitätsbehaupter » Mo 1. Dez 2014, 19:20

Könnt ihr es euch vorstellen? Mit mehreren Partnern eure Liebe zu teilen?
Selbstverständlich hat man bei dem Begriff Polygamie entweder gleich die Hippie-Kommunen, freie Liebe und einen Haufen spirituellen Blödsinn oder patriarchalische Verhältnisse, in denen ein Mann so viele Frauen haben kann, wie er möchte.
Davon spreche ich allerdings nicht.
Es ist noch immer ein Tabuthema in einer Gesellschaft, in der die Monogamie seit der Romantik so hochgehalten wurde, als sei nur so ein sicherer Erhalt einer Gesellschaft zu garantieren. Beziehungen mit mehreren Menschen kommen sofort in den Verruf unsittlich, barbarisch oder pervers zu sein. Eine Gesellschaft, in der wir von Kindsein auf sozialisiert bekommen (und zwar mehr als alles andere), dass es nur eine(!) wahre Liebe da draußen gibt.
Rein mathematisch und auch rein pragmatisch haben wir wohl alle spätestens nach der Pubertät und der "ersten großen Liebe" festgestellt, dass es nicht so ist.
Wenn wir uns also von dem absurden Gedanken verabschieden, dass es auf der Welt nicht nur den oder die Eine oder Einen gibt, warum glauben wir dann, dass es richtig sein muss nur mit einer Person eine Partnerschaft zu führen?
Ich weiß, das ist ein heikles Thema, bei dem scheinbar jeder an seine Grenzen kommt. Die Argumente lauten: Das ist unnatürlich, man kann Liebe nicht teilen, oder: ich wäre dafür viel zu eifersüchtig.
Unnatürlich ist es wohl eher mit einem Partner zusammen zu bleiben- immerhin sind wir eine der wenigen Spezies, die das tun. Wenn man mehr als ein Kind hat, kann man Liebe auch teilen und.. Eifersucht resultiert doch letzten Endes nur aus Besitzdenken und Egozentrismus.

Das ich sehr provokant schreibe, weiß ich. Auch wenn ich persönlich Polygamie nicht praktiziere, habe ich bei einem befreundeten Pärchen^3 diese Situation beobachten können - und vor allem die extrem harsche Kritik aus ihrem Umfeld.

Was meint ihr zu diesem Tabuthema?
"Ich will nicht mehr essen trinken atmen eine Frau lieben einen Mann ein Kind ein Tier. Ich will nicht mehr sterben. Ich will nicht mehr töten.[...]
Ich breche mein versiegeltes Fleisch auf. Ich will in meinen Adern wohnen, im Mark meiner Knochen, im Labyrinth meines Schädels. Ich ziehe mich zurück in meine Eingeweide. Ich nehme Platz in meiner Scheiße, meinem Blut.[...]

[Hamlet] Tritt in die Rüstung, spaltet mit dem Beil die Köpfe von Marx Lenin Mao. Schnee. Eiszeit. "

Heiner Müller - Die Hamletmaschine

schwarze Rose1oo

Re: Polygamie

Beitragvon schwarze Rose1oo » Mo 1. Dez 2014, 19:43

Ich werde mal als erste hier meine Meinung dazu schreiben. Ich persönlich finde es nicht gut Polygamie zu führen, da wir ja schon von klein auf an von unseren Eltern für die Einehe geprägt wurden und es in meinen Augen unnatürlich erscheint. Anderseits muss ich aber auch sagen, das ich schon die fünfte Beziehung führe und die anderen vier nicht über eine lange Dauer halten konnten.
Was man abschaffen sollte ist die Ehe auf dem Papier. Das führt nur zu Geldgeschäften der Rechtsanwälte die verdienen sehr gut an den Scheidungen.

Jack Harkness
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Re: Polygamie

Beitragvon Jack Harkness » Mo 1. Dez 2014, 19:46

Ich habe früher mal in einer Dreiecksbeziehung gelebt,wir hatten es alle drei so entschieden,weil wir unbedingt zusammensein wollten.Ich bin kein eifersüchtiger Typ und die anderen beiden waren es auch nicht.Ja das kann tatsächlich eine Weile gutgehen wenn sich alle einig sind.Aber meistens wird es dem einen oder anderen dann doch zuviel und es kommt zum Bruch.Irgendwann sehnt sich dann einer nach einer "normalen" Beziehung,wir waren auch keine Hippie-Wg,das sind dumme Klischee's.

schwarze Rose1oo

Re: Polygamie

Beitragvon schwarze Rose1oo » Mo 1. Dez 2014, 19:53

Jack Harkness hat geschrieben:Ich habe früher mal in einer Dreiecksbeziehung gelebt,wir hatten es alle drei so entschieden,weil wir unbedingt zusammensein wollten.Ich bin kein eifersüchtiger Typ und die anderen beiden waren es auch nicht.Ja das kann tatsächlich eine Weile gutgehen wenn sich alle einig sind.Aber meistens wird es dem einen oder anderen dann doch zuviel und es kommt zum Bruch.Irgendwann sehnt sich dann einer nach einer "normalen" Beziehung,wir waren auch keine Hippie-Wg,das sind dumme Klischee's.


Das mit dem Hippie Klischee find ich auch nicht so wenn man so leben will ist es ok. Die Hippies waren ja auch das in den 70er`n Jahren. Da kam das mit dem Kanabis und LSD so stark auf und der Rausch hat auch die Sinne erweitert oder auch benebelt. Dadurch hat man doch erst angefangen die freie Liebe zu leben. Man kann eine Wg. die in Polygamie lebt nicht mit damals vergleichen. Da hast du recht.

Jack Harkness
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Re: Polygamie

Beitragvon Jack Harkness » Mo 1. Dez 2014, 19:59

So ist es,ich weiss dass man durchaus 2 Partner lieben kann,es ist nichts verwerfliches daran,solange alle damit glücklich sind.Es ist nur dann 'ne Sauerei wenn man den Partner betrügt und ihn im Unklaren lässt,das da noch jemand anderes ist.Es ist auf jeden Fall Pflicht ehrlich zu sein und dazu zu stehen.

schwarze Rose1oo

Re: Polygamie

Beitragvon schwarze Rose1oo » Mo 1. Dez 2014, 20:09

Jack Harkness hat geschrieben:So ist es,ich weiss dass man durchaus 2 Partner lieben kann,es ist nichts verwerfliches daran,solange alle damit glücklich sind.Es ist nur dann 'ne Sauerei wenn man den Partner betrügt und ihn im Unklaren lässt,das da noch jemand anderes ist.Es ist auf jeden Fall Pflicht ehrlich zu sein und dazu zu stehen.


Das find ich gut wenn es so bei euch laufen kann. d-up
Aber ich könnte es nicht. Weist du, es kann daran liegen, das ich so oft betrogen wurde und auch die Angst davor habe alleine zu bleiben. Deshalb klammere ich mich auch so an meinen Partner und er auch an mich. Aber nun gut. wir haben uns aber gefunden und sind uns auch darin einig. :)

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Re: Polygamie

Beitragvon Jack Harkness » Mo 1. Dez 2014, 20:14

Bei so Grundlegenden Sachen muss man sich auch unbedingt einig sein,denn hier sollten keine allzu schwerwiegenden Fehler passieren.Die Beziehung von Menschen stellt eine fundamentale Lebensgrundlage dar.jeder sollte hier ganz für sich entscheiden,welcher Weg für ihn der richtige ist,frei nach dem Motto:alles kann,nichts muss. ;) :)

schwarze Rose1oo

Re: Polygamie

Beitragvon schwarze Rose1oo » Mo 1. Dez 2014, 20:18

Da geb ich dir vollkommen Recht. Nie darf man sich dabei gezwungen fühlen. d-up

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Re: Polygamie

Beitragvon Jack Harkness » Mo 1. Dez 2014, 20:30

Unter zwang wie es zum Beispiel bei einem Harem der Fall ist,schadet diese Form des Zusammenlebens.Nicht jeder kann oder will auf traute Zweisamkeit verzichten.Bei vielen Tierarten ist ja auch die Vielweiberei ein Mittel dazu die Art zu erhalten,z.b.ein Hahn hat mehrere Hühner.Da sagt auch niemand,dass es unmoralisch ist,wieso soll das beim Menschen anders sein ?

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Re: Polygamie

Beitragvon Distanzobjekt » Mo 1. Dez 2014, 20:33

Unter zwang wie es zum Beispiel bei einem Harem der Fall ist,schadet diese Form des Zusammenlebens.
Da es ansozialisiert ist, es also eine kulturelle Reproduktion ist, sieht man in deren Kulturkreis keine Unterdrückung.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

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