Rapunzelchen fragt I ... Videodreh? Tonspur?

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Rapunzelchen
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Rapunzelchen fragt I ... Videodreh? Tonspur?

Beitragvon Rapunzelchen » Di 8. Sep 2015, 10:54

Mich beschäftigt seit längerer Zeit die Frage, wie das denn beim Videodreh mit der Tonspur überhaupt funktioniert.
Ich meine, woher weiß denn der Darsteller im Musikvideo, wie er die Lippen bewegen soll, falls denn schon Playback gesungen wird?
Wird denn überhaupt Playback oder mit eigener Stimme gesungen?
*Fragezeichenübermköpfchenaufleucht*
Und wenn keine Musik zum Video läuft, stelle ich mir das richtig schwierig vor, ist das so? Oder anders?

Ein Musikvideo besteht ja aus mehreren Sequenzen, also Filmausschnitten.
Wie ist das denn da mit der Tonspur? Wird die dann ganz zum Schluß nach dem zurechtschneiden des Videos darübergesetzt oder wie geht das?

Über eine nette Antwort freue ich mich sehr.
Nette Grüßlis dalaß
Tini
Früher mußte man selbstbewußt sein, als Frau kurze Haare zu tragen.
Heutzutage muß man selbstbewußt sein, wenn man wieder als Frau lange Haare trägt.
(meine eigene Feststellung)

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Re: Rapunzelchen fragt I ... Videodreh? Tonspur?

Beitragvon Distanzobjekt » Fr 11. Sep 2015, 15:44

Das hängt von der Art das Videos ab. Bei Musikvideos ist es wie folgt:

In den meisten Fällen wird der Song im Hintergrund laut abgespielt, die Künstler singen dazu lauthals mit. Hat man es mit einer Band und Instrumente zu tun, spielen diese den Song live am Set, manche spielen jedoch sync zum Studiosong mit. Je nach Ausrüstung oder Kulisse wird ein bis X mal abgedreht, was bedeutet, dass man den Song mehr als einmal singen oder spielen muss. Je mehr Kameras positioniert werden können und die Ausleuchtung bzw. Kulisse oder Wetter keine Veränderung erzwingen, umso schneller ist ein Clip im Kasten. Parts in denen nicht gesungen werden oder sich sync bewegt werden muss, quasi freie Filmsequenzen, können auch ohne zusätzlichen Hintergrundsound eingespielt werden, sofern der Künstler sein Handwerk versteht. Dadurch das im Video im Hintergrund der Song zu hören ist, ist es relativ simpel die Tonspur zum Schluss auszulegen und den Clip zu schneiden. Der Schnitt selbst jedoch, welche Szene wo gesetzt wird, kann für den Filmtechniker eine Herausforderung werden und zwar immer dort wo kein Storyboard existiert und oder aber bei dem eine Klimax erzeugt werden muss. Häufig gibt es harte Rahmenbedingungen wann was wo wie gezeigt und geschnitten werden soll, dass übernimmt dann die Regie.

Bei Clips in denen nicht gesunden und nur gehalten werden muss, spielt das Storyboard an sich die größte Rolle. Die Handlung an sich wird zur Aufgabe, bei dem jede Szene bereits vorab festgelegt wird. Hier gilt - je mehr Material umso besser, denn raus schneiden kann man immer noch. In solchen Fällen ist Timing beim Schnitt häufig von Entscheidung. Hierbei kann der Filmtechniker der schneidet frei das Thema und den Cut setzten, das heißt es ist eher einfacher.

Die Königsklasse ist der Filmdreh, hierbei gibt es keinen Spielraum für Kameraposition, Kameraführung, Ausschnitt und Text. Deswegen werden beim Film in der Regel auch wirklich Szene für Szene einzeln als Klappe eingespielt. Von Zeit zu Zeit kann der Schauspieler, wenn er denn sein Text vergessen hat improvisieren, selten wird das Material dann genommen. Dadurch das man am Set laut spricht, fällt es im Studio leicht den Text nachzusprechen, es funktioniert dann wie im Chor, sofern denn die Sprache die selbe ist. Ist sie es nicht, liegt der Schwerpunkt maßgeblich darin, den Stimmlaut so authentisch wie möglich mit zu nehmen, die Übersetzung selbst erfolgt selten durch den Sprecher sondern durch entsprechendes Personal. Der Sprecher jedoch hat die schwierige Aufgabe, den Sync so gut wie möglich auf die Lippen zu legen, dass es dem Betrachter nicht oder nur wenig auffällt, dass es sich um eine andere Sprache handelt.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

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